Kuh-Projekt

Landschaftspfege & Naturschutz

1. Naturlandschaften erhalten

Landschaftspflege auf der StreuobstwieseStreuobstwiesen, Flussauen, Magerrasen, Feuchtwiesen und Salzmarschen sind Grünlandstandorte, die entweder durch Weidetiere entstanden sind oder durch sie gepflegt werden müssen. Viele stehen unter Naturschutz. Fällt die Beweidung weg, verschwinden auch die charakteristischen Landschaften. Mit ihnen verschwinden die speziell daran angepassten Tiere und Pflanzen. Denn Kühe sind niemals allein auf der Weide! Die Landschaftspflege durch Kühe & Co. Alpenmurmeltier auf der Bergweidebeinhaltet ein umfassendes Programm: Unsere größten Weidetiere halten die Flächen offen, sie halten sie frei von Gestrüpp. Sie drängen gebietsfremde Arten zurück wie beispielsweise den Riesenknöterich oder das indische Springkraut.
Sogar im Hochgebirge profitieren Wildtiere von Kuhweiden, wie beispielsweise die Murmeltiere, die sich die selben offengehaltenen Wiesen mit den Kühen zum Grasen teilen. (Bild rechts: Alpenmurmeltier auf der Bergweide).

2. Der ökonomische Nutzen und Wert von Grünland

Grünlandstandorte sind Versickerungsflächen für Regen- und Oberflächenwasser. Intaktes Grünland dient dem Grundwasserschutz. Hier versickert Regen und wird durch Humusschichten und Gestein natürlich gefiltert. Grünland dient wegen der Versickerung von Regenwasser auch dem Hochwasserschutz. An Bächen und Flüssen aber auch auf Deichen und in Marschen befestigen Weidetiere die Grasnarbe durch ihren sanften Tritt. So sorgen sie dafür, dass Grashänge nicht rutschen und Deiche den Fluten besser standhalten. Im Bergland und auf Almen wird duch die Beweidung der Erosions- und Lawinenschutz verbessert. Auf kurzem Gras hält die Schneedecke besser, wogegen sie auf ungemähten Hängen leicht abrutscht.

Tourismus

Weidbuchen im Biosphärenreservat SchwarzwaldAbwechslungsreiche Landschaften mit offenen Flächen, durch die das Auge schweifen kann, der Weitblick und blühende, summende oder zirpende Wiesen steigern den Erholungswert und die Attraktivität für den Tourismus. So auch im Nationalpark Schwarzwald, wo die Grinden durch Hinterwälder Rinder frei gehalten werden. Auch das Biosphärenreservat im Südschwarzwald mit seinen jahrhunderte alten Weidbuchen (Bild links), ist von Weidevieh geschaffen.


Schutz vor Ungeziefer

sauberes Mähen mit KuhDurch die Beweidung und die natürliche Bereinigung von Gestrüpp wird auch der Ausbreitung von manchem Ungeziefer ein Ende gesetzt. Zecken verbreiten sich nicht auf beweidetem Grünland, umso mehr aber im ungepflegtem Gestrüpp. Auch wird durch das Saugen der Zecken an Kühen der Kreislauf der Borreliose unterbrochen. Die Zecken verlieren den Erreger, also die Borrelien, beim Saugen an Kühen. Doch nicht nur Zecken und Borrelien, auch größere Plagegeister wie Wühlmäuse und Ratten mögen die Beweidung durch Wiederkäuer nicht. Sie weichen von den durch Tritt befestigten und durch Biss offengehaltenen Flächen. Doch auch zur Heugewinnung gemähte Wiesen haben ihre ökologische Bedeutung. Sie ziehen Beutegreifer wie Milane und Bussarde an, die hier besten Blick auf Mäuse haben.

3. Artenvielfalt und Lebensräume erhalten

GrasfroschNatürliches Grünland zählt zu den artenreichsten Lebensräumen auf der Welt. Auch in Mitteleuropa ist die Biodiversität auf Grünland am höchsten. Wo das Grünland verschwindet, verschwinden viele Tier- und Pflanzenarten. So findet etwa der Kiebitz, ein bodenbrütender Vogel der Feuchtwiesen und Flussauen, kaum noch geeignete Brutplätze. Uferschnepfe, Bekassine und Großer Brachvogel gehören wie der Kiebitz zu den Wiesenvögeln, deren Lebensraum offene Landschaften sind. Die Beweidung stellt keine Bedrohung für ihre Brut dar, wohl aber der Grünlandumbruch, die Grundwasserabsenkung oder das zu frühe Mähen.

Knabenkraut, eine einhemische Orchidee auf WeidenDer Rote Milan ist ein Agrarvogel und Kulturfolger. Er braucht offene Landschaften zum Erspähen der Mäuse aus der Luft. Vom Wechsel aus Offenlandschaft und Bergwald profitiert auch der vom Aussterben bedrohte Auerhahn. Übrigens ist die Beweidung mit Kühen anders als die zu frühe Mahd auch kein Problem für Orchideen und andere unserer seltensten Blütenpflanzen. Über ein Drittel der rund 3000 heimischen Farn- und Blütenpflanzen haben ihr Hauptvorkommen im Grünland; viele von ihnen stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Mit ihnen verschwinden Schmetterlinge und andere Insekten. Bienen und Hummeln brauchen die dauerhafte Blütenvielfalt von Wiesen als Nahrungsquelle.